Praxisklinik Kronshagen vom TÜV Nord als "schmerzfreie Klinik" zertifiziert

Der Praxisklinik Kronshagen, die Anfang des nächsten Jahres 15 Jahre besteht, wurde bei der diesjährigen Prüfung im Rahmen des Qualitätsmanagements durch den TÜV Nord das Zertifikat "schmerzfreie Klinik" verliehen. Damit dürfte die Praxisklinik Kronshagen eines der ersten Krankenhäuser Norddeutschlands sein, die dieses Gütesiegel erhalten hat.
Der Wunsch nach Schmerzfreiheit ist so alt, wie die Menschheit. So ließ Gott Adam in einen tiefen Schlaf fallen, um ihm eine Rippe zu entnehmen, aus der bekanntlich Eva geformt wurde( Genesis2.21). Man könnte Gott auch als ersten Anästhesisten und Urvater der Schmerztherapie bezeichnen.

"Divinum est sedare dolorem" sagten schon die Gelehrten der Antike (Galen 129-199 n Chr.) und meinten damit, es wäre eine heilige Aufgabe die Schmerzen zu lindern.
Schon die Ägypter, Assyrer, Griechen und Römer nutzten die schmerzlindernden Wirkungen von Pflanzenextrakten, wie z.B. Mohn, Alraunen oder Bilsenkraut, die in Form von Schwämmen den Patienten über Mund und Nase gelegt wurden, damit er die Dämpfe einatmete (Spongio somniferea).

Die moderne Anästhesie und Schmerztherapie hat ihren Geburtstag am 16.10.1846, als der Chirurg Prof. John Collins einen Patienten, den der Zahnarzt William Thomas Greene Morten mit Äther betäubt hatte, von einer Geschwulst am Hals befreite, ohne dass der obligatorische Schmerzschrei erfolgte.

Die Schmerzfreiheit ist auch heute noch eine der zentralen Aufgaben der Anästhesie-griechisch die Nicht-Empfindung.

Fragt man heute Patienten vor Operationen, welche Ängste sie haben, so werden neben der Sorge, nicht wieder zu erwachen, die Angst vor Schmerzen nach der Operation am häufigsten genannt.

Auch wenn die moderne Schmerztherapie in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht hat, so ist die Beherrschung von Schmerzen nach Operationen ein Punkt, der einer stetigen Verbesserung bedarf. Heute steht die Schmerztherapie auf mehreren Säulen.
So gehört die Gabe von schmerzlindernden Medikamenten (Analgetika) in Form einer intravenösen Gabe, Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder als Schmerzpflaster dazu, die nach einen festgelegten Stufenschema als Einzelmedikament oder in Kombination gegeben werden.

Eine weitere wichtige Säule sind Regionalanästhesien. Dieses können als eigenständiges Verfahren oder in Kombination mit einer Vollnarkose eingesetzt werden. Ziel ist es, den Patienten nach einer Operation schnell wieder wach, aber auch weitgehend schmerzfrei zu bekommen.

Dieses kann in Form einer Leitungsanästhesie oder eine Lokalanästhesie erfolgen. Die Leitungsanästhesie unterbricht die Weiterleitung von Schmerzsignalen in das Gehirn, so dass die "Schmerzen im Gehirn gar nicht mehr ankommen". Dieses kann zentral am Rückenmark (Spinalanästhesie, Epiduralanästhesie) an den Nervengeflechten (Plexusanästhesie) oder an einzelnen Nerven erfolgen.
Die Lokalanästhesie blockiert die Schmerzweiterleitung an den Nervenendigungen.

Diese Schmerzblockaden können mit Hilfe moderner Kathetertechniken über mehrere Tage fortgeführt werden. Dabei werden sehr dünne Kunststoffschläuche (Schmerzkatheter) währen der Narkose oder unter Dämmerschlaf in die Nähe des Nerven gelegt, der für die Schmerzweiterleitung aus dem OP-Gebiet verantwortlich ist. Durch diese Katheter transportieren spezielle Schmerzpumpen das Lokalanästhetikum kontinuierlich an den Nerven, der somit fortwährend betäubt ist.
Diese Pumpen sind so groß, wie eine kleine Stabtaschenlampe und können in einer Gürteltasche transportiert werden, so dass der Patient auch mit Schmerzkatheter mobil bleibt.

Neben der kontinuierlichen Gabe kann sich der Patient auch selber durch Knopfdruck eine "Extraportion" des Lokalanästhetikums geben und so Schmerzspitzen, z.B. bei Mobilisation oder Verbandswechseln abpuffern. Überdosierungen sind natürlich nicht möglich.
Dieses Verfahren nennt man Patienten Kontrollierte Regional Anästhesie (PKRA, PCRA)
So können selbst größere und sonst sehr schmerzhafte Operationen, wie z.B Kreuzbandersatzoperationen und Schulteroperationen weitgehend schmerzfrei ablaufen.

Gerade Patienten die schon eine lange Schmerzvorgeschichte vor Operationen haben, sollten mit diesen Verfahren versorgt werden, damit es später zu keiner weiteren Chronifizierung von Schmerzen oder Dystrophien (Sudeck Erkrankung) kommt.
Es sollte alles getan werden, um den akuten Schmerz, der noch eine gewisse Warnfunktion (heiße Herdplatte Achtung Verbrennung) hat in eine chronische Erkrankung übergehen zu lassen, bei der sich die Nervenfasern dauerhaft verändern und sich ein "Schmerzgedächtnis" ausbildet.

Deshalb ist es wichtig, auch nach Operationen Schmerzen zu messen, um sie besser kontrollieren zu können. Dafür verwendet man spezielle Rechenschieber (Schmerzskalen) mit der die Schmerzen nach Stärken zwischen 0 (kein Schmerz) und 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz) vom Patienten eingeteilt werden. Für Kinder nutzt man Smilie Skalen (siehe Bild).

Je besser der Schmerz meßbar ist, um so differenzierter kann die Schmerztherapie erfolgen. Die Kontrollierbarkeit von Schmerzen durch enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt, sowie die konsequente Anwendung moderner Schmerzkonzepte ist zentraler Punkt bei der Schmerztherapie nach Operationen in der Praxisklinik Kronshagen.

Durch die Kontrolle von Schmerzen kommen wir dem Ziel der Schmerzfreiheit immer etwas näher.

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